„Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“.
Dieses Zitat des Deutschen Dichters und Komponisten Ernst-Theodor Amadeus Hoffmann (1776 1822) verdeutlicht, dass mit Hilfe des Musizierens Botschaften verfasst, gesendet und auch empfangen werden können. Die Musik ist im Gegensatz zum gesprochenen Wort in der Lage, über alle Sprachbarrieren hinweg Brücken zu schlagen und somit unterschiedliche Länder, Kulturen, aber auch Generationen miteinander zu verbinden.
Voraussetzung für den verbindenden Charakter der Musik ist allerdings ein Mitma-chen des Zuhörers. So ist z.B. nach den Grundregeln der Kommunikationswissen-schaft auch der Empfänger einer Botschaft für deren Richtigkeit verantwortlich. Dies bedeutet, dass das reine Hören von Musik nicht ausreicht, die Botschaft vollständig wahrzunehmen. Vielmehr erfordert der Besuch einer musikalischen Veranstaltung immer auch ein aktives Zuhören des Besuchers.
In einer doch oftmals sehr „sprachlosen“ Gesellschaft ist es ja vielleicht sehr hilfreich, wenn fehlende Worte zumindest anfänglich durch Musik ersetzt und somit ein Prozess der Verständigung wenigstens begonnen werden kann. Vielleicht können wir dann darauf hoffen, dass manchmal auch die Sprache dort anfängt, wo die Musik aufhört.
Neumünster singt und spielt! Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine von Herrn Ortwin Kaschner begründete konzertante Veranstaltungsreihe, die sich gerade diesem Zweck verpflichtet hat und einen, inzwischen weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus verbreiteten guten Ruf hat. Außerdem trägt sie dazu bei, dass diese Stadt auch als ein Zentrum der Kultur wahrgenommen wird.
Hierbei gilt es zu bedenken, dass Kultur „von unten“ kommt. Hand aufs Herz: In wel-chen Familien wird noch regelmäßig und sei es auch nur zu Weihnachten selbst gesungen und musiziert? Der Siegeszug von DVD, MP3 und Dolby digital verdrängt sehr häufig das eigene musikalische Interesse.
Dabei muss auch und gerade die Jugend in einem noch stärkeren Maße für das Musizieren gewonnen und begeistert werden. Dies ist weiterhin und immer wieder die große Herausforderung für die Musikerziehung. Aus den Reihen der heutigen Kinder und Schüler werden die Träger unserer zukünftigen musikalischen Kultur wachsen
An dieser Stelle sei mir ein Hinweis auf die hohe Zahl ausgefallener schulischer Musikstunden in Schleswig-Holstein gestattet. Kulturpolitik beginnt in Schule und Kindergarten!
Besucher, die diese Veranstaltung schon mehrfach besucht haben, werden vielleicht eine sehr talentierte Tanzgruppe oder einen tollen Chor oder aber auch einen einzelnen Interpreten aus den Vorjahren vermissen. In aller Regel beruht die Abwesenheit von „vertrauten“ Künstlern einfach darauf, dass für eine Veranstaltung wie diese nur ein begrenzter zeitlicher Spielraum vorhanden ist. Da aber auch Abwechslung ein Merkmal von „Neumünster singt und spielt“ ist, führt dies jedes Jahr leider zwangsläufig dazu, dass die Organisatoren vor der schweren Aufgabe stehen, interessierte und vor allem auch gute musikalische Gruppen auf das nächste oder übernächste Jahr zu vertrösten. Dies ist bei allen sonstigen Stressmomenten stets der bei weitem unangenehmste Teil für die Organisatoren. Ich hoffe allerdings sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder Ihren Geschmack getroffen haben.
Hier wird es jetzt langsam allerhöchste Zeit, auch einmal zu danken. Die Liste derer, denen man, wenn man eine solche Veranstaltung organisiert, Dank schuldet, ist so lang, dass sie nicht gänzlich aufgezählt werden kann. Allenfalls können beispielhaft einige hilfreiche Hände und Institutionen erwähnt werden. Zuallererst möchte ich daher den vielen ungenannten Helfern danken, die unentgeltlich einen großen Teil ihrer Freizeit opfern und geopfert haben, um zum Erfolg dieser Veranstaltungsreihe beizutragen.
Hans-Georg Wolos als künstlerischer Berater, Birgit Prasse und natürlich Ortwin Kaschner mit seinem großen Erfahrungsschatz als Berater dürfen natürlich nicht unerwähnt bleiben. Die Planung und Durchführung eines solchen Projektes muss nämlich, damit am Ende auch wirklich alles so klappt wie es gewünscht ist, immer auf mehrere Schultern verteilt werden.
Aber auch die Organisationsunterstützung durch die Stadtsparkasse Neumünster, die Stadtwerke Neumünster und die Wohnungsbau GmbH Neumünster darf hier keinesfalls vergessen werden. Zudem möchte ich mich hier ausdrücklich beim Holsteinischen Courier für eine langjährige gute Zusammenarbeit sowie für die Unterstützung bedanken, die ich im Laufe der letzten Jahre erfahren durfte.
Ohne die großzügige Unterstüzung durch die Stadt Neumünster, Bereich Kultur und dem Entgegenkommen der Hallenbetriebe Holstenhalle, für die wir uns ebenfalls herzlich bedanken, wäre diese Veranstaltung nicht möglich.
Eigentlich sollte ein Vorwort zu diesem Zeitpunkt beendet werden. Es ist mir aber noch sehr wichtig, Ihnen abschließend noch ein Angebot zu unterbreiten. Für den Fall, dass Sie sich entschließen, ebenfalls in irgendeiner Form musikalisch tätig werden zu wollen (dafür ist es mit Sicherheit niemals zu spät) kommen Sie gerne auf mich zu. Ich werde Ihnen dann den passenden Ansprechpartner gerne vermitteln.
Johannes C. Nicolaysen